Kapitel 5 · Unser Auftrag vom August, noch einmal

Was der Sprint liefern sollte. Und was er geliefert hat.

Dieselben Kacheln wie auf unserer Ausblick-Seite vom 20.08. Durchgestrichen steht, was wir zugesagt haben, darunter, was daraus geworden ist.

Zugesagt im August

Sechs Lieferungen

Greifbarer Prototyp

Ein klickbarer MVP statt einer weiteren Folie.

Mehr als klickbar: eine lauffähige Plattform mit vier Rollensichten und zwei Mandanten. Ihr habt sie gerade gesehen.

Erstes Datenmodell

Eine einheitliche Struktur für Teilnehmer, Belege, Konditionen und Zahlungen.

Ein gemeinsames Modell für Teilnehmer, Stammnummern, Belege, versionierte Konditionen, Aliase und Beziehungseinschränkungen. Zahlungen sind bewusst noch nicht abgebildet.

Exemplarische Kanäle

Mindestens ein Eingangskanal, beispielhaft verarbeitet und ausgespielt.

Drei Eingangswege (Upload, E-Mail, Schnittstelle) für XRechnung und ZUGFeRD, ausgespielt über Portal und API.

Erkenntnisse zur Machbarkeit

Eine ehrliche Einschätzung, wie komplex die Umsetzung wirklich ist.

Der fachliche Kern (Zuordnung, Anreicherung, Klärung) ist in Wochen baubar. Der eigentliche Aufwand liegt im Weg in den Betrieb (siehe unten).

Klare Abgrenzung

Was wir selbst bauen und was wir zukaufen, wird sichtbar.

Selbst gebaut: Business Engine, Resolver, Portal. Standard genutzt: Datenbank, E-Mail, PDF-Anzeige, KI per Schnittstelle. Offen für Partner: Zahlungsverkehr, Delkredere, Archiv.

Entscheidungsgrundlage

Eine belastbare Basis für einen weiteren Sprint oder eine Beauftragung.

Diese Präsentation, dazu ein Repository mit Entscheidungslog, Dokumentation je Ebene und wöchentlichen Releasenotes.

Versprochen im Pitch

Und ein Grundsatz, den wir eingehalten haben

API First / UI Second

API First / UI Second. Das Portal ist nur einer von mehreren gleichwertigen Wegen.

Gemeinsam festgelegt und umgesetzt: 100 Schnittstellen, das Portal nutzt keine anderen. Der ERP-Simulator reicht Rechnungen über dieselbe Schnittstelle ein, deshalb konnten wir ihn überhaupt bauen.

Alle Schnittstellen auf einen Blick: Architektur-Poster (PDF) →

Gefragt im August

Zwei offene Fragen, unsere Antwort

Einschätzung des Projektteams, zur Diskussion gestellt.

KI-Entwicklung: zukunftsfähig?

Programmieren, dokumentieren und testen in einem Schritt: zukunftsfähig?

Ja, mit Leitplanken. Die wichtigste Zutat ist das fachliche Know-how: Wer genau weiß, was er fachlich will, kommt mit KI schnell ans Ziel. Die KI hilft bei der Umsetzung, aber das Ziel muss klar sein. Code, Tests und Dokumentation entstehen gemeinsam, die Verantwortung bleibt beim Menschen.

Welche Dienstleister sind ersetzbar?

Welche heutigen Dienstleister können ersetzt werden?

Für die Fachlogik haben wir keinen gebraucht. Zuordnung, Konditionen und Klärung lassen sich in eigener Hand entwickeln. Für Betrieb, Rechenzentrum und Zahlungsverkehr bleiben Partner nötig.

Ehrlich gesagt: Was zwischen Prototyp und Livebetrieb liegt

Betrieb: Rechenzentrum, Überwachung, Notfallkonzept und ein Team, das Verantwortung für die Software übernimmt.

Sicherheit und Regulatorik: Penetrationstest, Berechtigungskonzept, DORA, MaRisk, DSGVO, Auslagerungsfragen.

Anbindung: Zahlungsverkehr, Delkredere und Buchhaltung.

Fachlicher Umfang: Wir haben den Grundstein gelegt. Der Software fehlen aber noch viele fachliche Funktionen, bis sie den Alltag einer Zentralregulierung abdeckt.

Regulatorisch konforme Entwicklung: Wir haben mit Claude Code entwickelt. Als Bank dürfen wir das wegen DORA so nicht betreiben, für den Ernstfall braucht es eine zugelassene Entwicklungsumgebung.

Vibe-Coding braucht einen Prozess: Wir haben die Ergebnisse angeschaut und getestet, aber nicht jede Zeile gelesen. Für den Betrieb braucht es einen festen Prüfprozess und ein bewusst gesetztes Maß an Vertrauen in die KI.

Strukturen: Unsere heutigen Freigabe- und Entwicklungsprozesse sind nicht für Software gebaut, die in Wochen entsteht.

Die eigentliche Erkenntnis
Die Frage ist nicht mehr, ob man so etwas bauen kann. Sondern ob und wie wir es betreiben wollen.

Wie geht es mit Connecta weiter?

Wir sehen fünf Wege. Welcher es wird, entscheidet ihr.

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